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Exotisches Fleisch

Ruf der Wildnis

Die Definition ist denkbar einfach: Fleisch von Tieren, die nicht in Mitteleuropa heimisch sind, gilt laut deutscher Warenkunde als ‚exotisch‘. Wir sollten also nicht den Fehler machen und bei ‚Exot‘ sofort immer nur an Savanne, Steppe, Hitze, Tropen und Staub denken. Auch Rentiere, Bisons und – Entschuldigung - Robben sind laut Definition Exoten.

Andererseits stimmt es natürlich schon: Das meiste hier verzehrte Exotenfleisch kommt tatsächlich aus Afrika und Australien. Nun muss es ja nicht gleich Zebra sein, Kamel, Antilope oder Springbock. Die leben vollkommen wild (ja, das Kamel lebt in Australien undomestiziert) und entsprechend umständlich ist es, an sie heranzukommen. Viel praktischer ist es, wenn die Tiere gezüchtet werden können (Strauß, Krokodil) bzw. so häufig sind, dass man sie leicht bejagen kann (Känguru). Und sooo exotisch ist das dann ja nun auch wieder nicht.

Irgendwie anders
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass wir mit unseren heimischen Fleischsorten ziemlich zufrieden sind. An Schwein, Rind, Geflügel und auch Lamm haben wir uns so sehr gewöhnt, dass uns eigentlich nach nichts anderem mehr verlangt. Bleiben also Neugier, Entdeckergeist, Rückbesinnung auf die letzte Fernreise, kulinarische Extravaganz und das Interesse am ‚Anderen‘, denn schmackhafter, gesünder, nachhaltiger oder besser als unsere Erzeugnisse sind die Exoten tatsächlich nicht. Es ist uns schlichtweg fremd und wahrscheinlich darin liegt sein Reiz begründet.

Und dann gab es noch einen wirklich handfesten Grund dafür, dass wir plötzlich Kängurus und Strauße mochten und der war ziemlich unangenehm.
 
Bovine spongiforme Enzephalopathie
Als in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts vermehrt Fälle von BSE (‚Rinderwahnsinn‘ – schreckliches Wort, wer denkt sich so etwas aus?) auftraten, reagierten die Behörden relativ schnell und ziemlich konsequent: Zehntausende Rinder wurden gekeult, ihre Kadaver vernichtet und den Verbrauchern die Empfehlung ausgesprochen, erst einmal überhaupt kein Rindfleisch mehr zu verzehren, bis man Näheres wusste. Das war vor allen Dingen natürlich eine Katastrophe für die europäischen Farmer (und für die Rinder natürlich), andererseits gab es plötzlich so gut wie kein rotes, kräftiges Fleisch mehr zu essen – der Markt trocknete quasi aus.

Zwischenlösung
Wir hatten zu wenige Rinder, Australien dagegen plagte sich schon seit langem mit der unkontrollierten Verbreitung seiner Kängurus herum. Was lag da näher, als sie systematisch zu bejagen und gut verpackt und tiefgefroren nach Europa zu verschiffen.

Und In Afrika hatte man festgestellt, dass Strauße nicht nur extrem hochwertiges Leder liefern, sondern durchaus sehr essbar sind. Vor allem, wenn ihr rotes Fleisch als quasi ‚alternativlos‘ galt und die Preise anzogen.

Plötzlich lagen also sogar in den Supermarktregalen Strauß und Känguru einträchtig neben Schweineschnitzel und Brathahn.

Weil’s lecker ist
Zum Glück wurde man Herr über die Seuche und das Rind kam zurück. Wer sich heute für ‚Exotisches‘ entscheidet, der tut das also nicht aus Not oder Hunger heraus, sondern aus den oben genannten Gründen.

Und die scheinen besonders in der EU groß geschrieben zu werden und niemanden sonst weiter zu interessieren, denn noch heute exportiert Südafrika 96% seines – gut zubereitet durchaus leckeren - Straußenfleisches nach Mitteleuropa (und weil der Anteil von Strauß an der Weltjahresproduktion von Fleisch gerade einmal 0,003% beträgt, ist sein Fleisch so gesehen durchaus eine exotische Seltenheit).

Ganz ähnlich verhält es sich übrigens mit dem Känguru. Hier wird fast alles Fleisch exportiert, 80% davon nach Europa. Die Australier mögen es nämlich eigentlich nicht, nennen es ‚Roo‘ oder ‚Bush Food‘, was auf die vermeintlich geringe Qualität einzahlt (was Unsinn ist – Känguru kann köstlich sein). Und auch, wenn Sie das jetzt nicht unbedingt wissen möchten: Das meiste im Land verbleibende Kängurufleisch wird kurzerhand zu Hundefutter verarbeitet. Die glücklichen Hunde!

Wer seinen Exoten ganz besonders zart und bekömmlich mag, der sollte sich einmal näher mit Krokodilsteaks aus kontrollierter Aufzucht befassen. Ein bisschen Geflügel schwingt da mit und ein leiser, vornehmer Shrimp-Geschmack – so gesehen ist Krokodil ein quasi naturbelassenes ‚Surf´n Turf am Stück‘.

Man muss es nur eben auch mal probieren wollen.

Unsere Exotischen Fleisch-spezialitäten

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