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Hereford

Wer?

Ist Ihnen schon einmal der Name Henry Clay begegnet? Im Geschichtsunterricht vielleicht? Im Zusammenhang mit den USA? Nein? Nun, das ist jetzt nicht direkt eine Schande, aber wir kommen, wenn wir über das Hereford Rind reden, sowieso nicht um Mr. Clay herum und können darum ruhig kurz ein paar Worte über ihn verlieren.

Henry Clay (1777 - 1858) war nicht nur sehr begabt, wohlhabend und erfolgreich. Wahrscheinlich gibt es keinen Politiker auf der Welt, der je so hartnäckig und unbeirrbar war wie er. Insgesamt kandidierte er fünf Mal für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Fünf! Und jedes Mal verlor er. Er war alles Mögliche: Jurist, Außenminister, Senatsmitglied, Parlamentspräsident, Demokrat, Republikaner, Whig, Freimaurer, Sklaverei-Gegner, Sklavenhalter und – und das interessiert uns an dieser Stelle etwas mehr – Farmer in Kentucky.

Viel Schnaps, viel Wiese
Über Kentucky muss man im Grunde genommen nicht mehr wissen, als dass 90% des weltweit getrunkenen Bourbon-Whiskey von hier stammen, dass es wegen der hübsch blühenden Frühlingswiesen ‚Bluegrass State‘ genannt wird und dass sein Name wahrscheinlich auf das irokesische ‚geda’geh‘ zurückzuführen ist, was übersetzt nichts anderes bedeutet, als ‚auf dem Feld, auf der Wiese‘. Und wenn die indianischen Originalbewohner dieser ‚Gegend‘ mit immerhin fast 105.000 km2 sie schon als ‚Wiese‘ bezeichnen, dann wird sofort klar, dass wir uns mit diesem Wissen nun den Rindern zuwenden können.

Zumindest fast. Einen Schlenker brauchen wir noch.

Der Wohlstand unseres rührigen Mr. Clay kam ganz bestimmt nicht von ungefähr. Als Tabak-, Mais- und Hanffarmer hatte er jahrelang auf genau die Produkte gesetzt, nach denen die Welt zu dieser Zeit lechzte. Andererseits wusste er natürlich, dass der Anbau sehr zeit- und arbeitsintensiv war. Und obwohl er Sklaven besaß, war er nie wirklich begeistert von diesem Konzept (und ließ später sehr viele kurzerhand frei). Jedenfalls muss er so ungefähr 1817 auf seiner Terrasse gestanden, einen langen Blick über die endlosen Wiesen geworfen und den Entschluss gefasst haben, dass Fleisch, das quasi von alleine wächst, wenn man es denn lässt, der bessere unternehmerische Weg sein müsste.

Volltreffer!
Nun ging es eigentlich nur noch um die Frage: Welche Rinder stelle ich mir hier hin? Sie sollten weitestgehend autark und anspruchslos sein, friedlich, leicht kalbend, mit guten Herdeneigenschaften, robust, anpassungsfähig, schnell wachsend, mit schönen Muskeln und guten Fetteinlagerungen im Fleisch. Und viel Fleisch sollten sie aufbauen können. Darum ging es ja schließlich.

Zu seinem großen Glück gab es solche Rinder. Sie standen zwar ungefähr 3.800 Meilen weiter nordöstlich jenseits des Atlantik in den West Midlands von England an der Grenze zu Wales, aber es gab sie. Kurzentschlossen importierte Henry Clay genau zwei Kühe und einen Bullen und ließ sie auf seinen Wiesen laufen. Der Rest ist Geschichte.

Ein Siegeszug, um genau zu sein. Von Kentucky kamen die Hereford über die gesamten USA bis nach Kanada und über Mexiko nach Mittel- und Südamerika. Heute gibt es keinen Kontinent und kaum ein Land mit nennenswerter Fleischproduktion, in dem keine Hereford zu finden sind. Es ist einfach das erfolgreichste Fleischrind aller Zeiten.

Wie das?
Umso interessanter ist es da, dass ‚Hereford Cattle‘ in England auf der Liste für seltene und bedrohte Zuchttiere steht. Grund hierfür ist, dass die alte, echte, traditionelle Rasse aus dem Herefordshire des 18. Jahrhunderts eine andere Fellfärbung hat (und nicht den typischen weißen Kopf, Bauch, Schwanz und die ‚Stiefel‘) und vor allem – und das ist der wichtigste Unterschied: Sie hat kräftige, recht große Hörner. Und genau diese wurden über Jahrzehnte hinweg gezielt weg gezüchtet, sodass ein modernes Hereford ‚polled‘ daherkommt, also von Natur aus hornlos ist. Klar, dass die Traditionalisten und Rassegralshüter in England nicht der Meinung sind, dass ein modernes Hereford ein ‚echtes‘ Hereford ist oder auch überhaupt nur sein könnte.

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